Weshalb Privatsphäre heute mehr denn je zählt: Die wichtigsten Argumente für Verschlüsselung

Weshalb Privatsphäre im Internet zählt

Viele behaupten, dass im Kampf gegen den Terrorismus der Verlust an Privatsphäre der Preis ist, den wir alle für ein Mehr an Sicherheit bezahlen müssen. Darüber hinaus, weshalb sollten Sie Privatsphäre im Internet benötigen, wenn Sie sowieso nichts zu verbergen haben?

Privatsphäre im Internet zählt allerdings sehr wohl und ist genauso wichtig wie Offline-Privatsphäre. In der Offline-Welt schicken wir unsere Briefe ja auch nicht als Postkarte und verlangen einen Durchsuchungsbefehl als Grundlage für eine Durchsuchung durch die Polizei. Weshalb also sollten wir massive, willkürliche Überwachung unserer Online-Aktivitäten akzeptieren? Wir sollten dies nicht und genau deshalb brauchen wir Verschlüsselung.

Weshalb Privatsphäre zählt

Weshalb Privatsphäre heute mehr denn je zählt: Die wichtigsten Argumente für Verschlüsselung. (Foto: nolifebeforecoffee)

Können wir unseren Regierungen blind vertrauen?

Wie erst kürzlich bekannt wurde, plant die chinesische Regierung, allen seinen Bürgern Noten zu geben, um “gutes Verhalten” zu fördern, indem deren Gebrauch von Online-Daten bewertet wird. Denjenigen mit so genanntem „schlechten Verhalten“ werden Privilegien wie Zugang zu Krediten, Universitäten oder Reisemöglichkeiten verweigert. Dies Nachricht blieb im Westen weitgehend unbeachtet. Vielleicht weil wir glauben, dass diese Art der Bürgerkontrolle nur in autokratischen Regimen möglich ist. Dass dies nie in unseren liberalen Demokratien passieren könnte, in denen die Freiheit und die Bürgerrechte des Einzelnen als selbstverständlich und irreversibel angesehen werden. Doch sind sie dies wirklich? Denken Sie nur daran, dass es weniger als ein Jahr dauerte, bis Putin die Kontrolle über die russischen Medien übernehmen konnte und vier Jahre, um das Wahlsystem zu demontieren. Erdogan erreicht dies in sogar noch kürzerer Zeit. In Polen und Ungarn werden gerade jetzt, wo Sie dies lesen, die konstitutionelle Demokratie rückgängig gemacht.

Bis vor kurzem schienen westliche Demokratien relativ geschützt vor missbräuchlicher staatlicher Überwachung. Snowden allerdings zeigte uns, dass sich dies geändert hat. In Großbritannien erlaubt das neue Investigatory Powers Bill-Gesetz der Regierung, sich in die mobilen Endgeräte von Bürgern zu hacken. In den USA erscheinen die Ereignisse der letzten Wochen für viele wie ein Erdbeben. Doch unabhängig davon, ob Sie Ihr Schicksal in die Hände von Donald Trump gelegt haben oder nicht, können Sie Ihrer Regierung blind vertrauen?

Verschlüsselung hilft einer demokratischen Gesellschaft mehr, als dass sie ihr schadet

Um richtig zu funktionieren, muss es in einer Demokratie Diskussion und Opposition durch politische Parteien, Journalisten, gesellschaftliche Gruppen und andere geben. Noch wichtiger ist es, dass staatliche Untaten nur aufgedeckt werden, wenn Whistleblower, Journalisten oder Aktivisten recherchieren und Maßnahmen ergreifen können, ohne dass sie überwacht, eingeschüchtert oder unter Druck gesetzt werden. Jede Person, Organisation oder Regierung mit Zugriff auf unsere persönlichen Daten erhält die Macht, uns zu manipulieren, einzuschüchtern oder zu erpressen und damit den Prozess voranzutreiben, unsere demokratischen Institutionen zu schwächen oder zu zerstören. Das Aufgeben unserer Privatsphäre ist also nicht nichts, es bedeutet das Aufgeben der Freiheiten, von denen Demokratie abhängt.

Neue Technologie verändert alles

Die heutige Technologie hat die Möglichkeit für eine so umfassende Überwachung der Bürger nie zuvor in der Menschheitsgeschichte geschaffen. Die großen Internetunternehmen verfügen über umfassendes Wissen über eines jeden Aufenthaltsorte, Kommunikation und sogar innersten Gedanken und Wünsche. Dies passiert in großem Maße. Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel Google wirklich über Sie weiß?
In der alten Welt war Staatliche Überwachung ein kompliziertes und kostspieliges Unterfangen. Totale Überwachung war eigentlich unmöglich. Heute können Internetdaten unentdeckt in großem Stil nach Keywords gescannt werden. Tracking und Überwachungs-Tools werden sogar an Länder und Cyberkriminelle verkauft. Sogar Angela Merkel wurde abgehört. Und wussten Sie, dass Nicht-US-Bürger überhaupt nicht durch US-Datenschutzgesetze geschützt sind? Dies bedeutet, dass die US-Regierung völligen Zugriff auf alle Daten hat, die Sie als Nicht-Amerikaner auf Faebook, Google, WhatsApp, Office 365, Skype, Apple, Dropbox, etc. abspeichern. Und mit dem Aufkommen von ‚Internet of Things‘ öffnen Sie ihr Haus, Auto und Büro für die staatliche Überwachung. Chinesen, Russen, Amerikaner oder sonst irgendjemand. Aber wen kümmert es schon, Sie haben ja nichts zu verbergen, richtig?

Was können Sie dagegen tun?

Die Debatte lautet daher nicht „Sicherheit versus Privatsphäre“, sondern Erhalt von „Sicherheit mit Privatsphäre“. Natürlich benötigen wir Sicherheit vor internen wie externen Bedrohungen. Wenn dies allerdings auf Kosten kontinuierlicher interner Überwachung geschieht, werden wir in einem Polizeistaat enden und unsere demokratischen Grundrechte verlieren.

Bisher haben wir unsere Privatsphäre bewusst aufgegeben, weil wir dachten, dass dies nicht wichtig ist. Doch wenn Sie sich um die Welt, in der wir leben, sorgen und unsere liberalen westlichen Demokratien erhalten möchten, beteiligen Sie sich noch heute an der Bewegung mit dem Ziel, die Privatsphäre im Internet wiederzuerlangen. Dabei gibt es drei Dinge, die Sie tun können.

  1. Unterstützen Sie gemeinnützige Datenschutzorganisationen

    Unser Unternehmen unterstützt den Kampf für digitale Rechte und spendet Teile seiner Umsätze, um die Electronic Frontier Foundation und die European Digital Rights Foundation zu unterstützen. Beide Organisationen setzen sich für Datenschutz durch entsprechende Rechtsprechung, politische Analysen und Technologien, die den Datenschutz verbessern, ein. Wir bitten Sie dringend, dies auch zu tun.

  2. Beginnen Sie sofort, alles zu verschlüsseln!

    Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist das einzige, das Ihre Privatsphäre im Internet schützen kann. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre E-Mail, Chats, Browser-Verläufe, etc. zu verschlüsseln. Starten Sie umgehend damit, alles zu verschlüsseln!

  3. Sprechen Sie mit Ihren Freunden, der Presse, der Regierung

    Erzählen Sie ihnen von Ihren Bedenken bei ihrer Privatsphäre im Internet und treten Sie eine öffentliche Diskussion über das Thema Privatsphäre und seine Bedeutung los.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Ihnen das, was Sie gelesen haben, gefallen hat, teilen Sie es mit so vielen Menschen wie möglich.
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Privantsphäre im Internet ist es wert, dafür zu kämpfen.

Einige Online-Quellen über Privatsphäre im Internet und wie man sie wiedererlangt:

Recht auf Privatsphäre
Der Wert von Privatsphäre
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Werner Grohmann

Werner Grohmann ist Online-Redakteur und Content Marketingberater für deutsche und internationale IT-Unternehmen. Er ist für die deutsche Version des Mailfence Blogs verantwortlich.

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