Vermeiden Sie unter allen Umständen einen E-Mail-Vendor Lock-In

E-Mail-Vendor Lock-In

Was passiert, wenn Sie den Anbieter wechseln möchten, der über Ihre privaten E-Mail-Daten auf seinen Servern verfügt? Ist es möglich, Ihre Daten zurückzubekommen? Im folgenden Artikel erklärt Mailfence Ihnen, was eine E-Mail-Vendor Lock-In ist und warum Sie in Bezug auf die Datenrückgabe wachsam sein sollten.

Was ist ein E-Mail-Vendor Lock-In?

Zunächst einmal ist Vendor Lock-in ein Begriff, der die Abhängigkeit von Kunden von einem Lieferanten für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung beschreibt.  Der Benutzer ist nicht in der Lage, ohne erhebliche Wechselkosten einen anderen Anbieter zu nutzen. Zu den Wechselkosten gehören Zeit, Aufwand und natürlich Geld.

E-Mail-Vendor Lock-In bezieht sich auf E-Mail-Anbieter, die Techniken der Herstellerbindung verwenden, um sicherzustellen, dass Sie nicht zu einem anderen Dienst wechseln können. Solche Techniken können zum Beispiel die Schwierigkeit sein, Ihre Daten zurückzubekommen. Dazu gehören Kalendereinträge, Ihr Postfach oder der für Ihre E-Mail verwendete Domainname.

Wie vermeiden Sie also einen solchen E-Mail-Vendor Lock-In?

Zuerst müssen Sie sicherstellen, dass der von Ihnen gewählte Anbieter Ihnen eine Backup-Option zum Speichern und Exportieren Ihrer Daten zur Verfügung stellt. Für den Datenexport sollten Standardformate möglich sein wie:

  • Für E-Mails: Mbox (E-Mail-Postfachdatei) oder EML (E-Mail-Nachricht)
  • Für Kalendereinträge: ICS (iCalendar Datei)
  • Für Kontaktdaten: VCF (vCard Datei) oder CSV (Comma Separated Values-Datei)

Eine gute Vorgehensweise besteht darin, sich per E-Mail zu vergewissern und ausdrücklich zu fragen, ob es für Sie eine Möglichkeit gibt, Ihre Daten zurückzubekommen. Falls der Anbieter ausdrücklich erklärt, dass Sie alle Ihre Daten zurückerhalten können, wenn Sie sie ihm überlassen, dann speichern Sie diese E-Mail. Zu gegebener Zeit kann er dann nämlich nicht leugnen, dass Sie Ihre persönlichen Daten zurückbekommen können.

Zweitens: Versuchen Sie, unabhängig vom Domain-Namen Ihres Providers zu sein, indem Sie eine eigene persönliche benutzerdefinierte Domain verwenden. Dies verringert die Probleme, wenn Sie den Provider wechseln wollen, da Sie nicht allen Ihren Kontakten mitteilen müssen, dass Sie eine neue E-Mail-Adresse haben.

Zu guter Letzt wenn Sie einen sicheren Anbieter für verschlüsselte E-Mail wie Mailfence verwenden, sollten Sie sicherstellen, dass Sie Ihre Verschlüsselungsschlüssel exportieren können. Auch hier ist es eine gute Methode, die Wissensdatenbank Ihres Providers zu überprüfen und im Zweifelsfall eine E-Mail an dessen Support zu senden.

Was ist Datenreversibilität?

Reversibilität ist ein Fachbegriff, der die Tatsache beschreibt, dass ein Benutzer seine Daten von dem von ihm benutzten Dienstanbieter zurückerhalten kann. Wie wir oben beschrieben haben, kann dies durch den Export Ihrer E-Mails, Kontakte oder Kalendereinträge in Standardformate erfolgen. Doch die Reversibilität von Daten geht weit darüber hinaus. Beispielsweise sammelt Google Daten über seine Benutzer und speichert sie auf seinen Servern. Zu diesen Daten gehören persönliche Angaben, Einkaufsgewohnheiten, Blogs, die Sie häufig besuchen, und vieles mehr.

Durch das Speichern dieser Daten erstellt Google personalisierte Anzeigen und Einstellungen für Sie. Darüber hinaus werden alle diese Daten von Ihnen an Google weitergegeben. Alle Ihre Daten von Google zurückzubekommen, ist ein umständlicher Prozess, der eigentlich einen eigenen Artikel verdient. Deshalb raten wir Ihnen, nur Anbieter einzusetzen, deren Geschäftsmodell nicht auf Werbung, Überwachung und Profilerstellung basiert.

Für den Fall, dass Sie von Gmail wechseln möchten, lesen Sie am besten den dafür vorgesehenen Blogbeitrag, wie Sie Gmail mit wenigen Klicks zu Mailfence migrieren

Weshalb ist dies wichtig?

Ohne Datenreversibilität können Sie nicht zu einem anderen Anbieter wechseln. Dies kann dazu führen, dass Sie mehr bezahlen und dafür weniger Vorteile und Funktionen erhalten, als ein anderer Anbieter für den gleichen Preis anbietet. Je mehr Reibungsverluste beim Wechsel des Anbieters entstehen, desto weniger Anreiz hat Ihr Anbieter, Ihnen ein wettbewerbsfähiges Angebot zu machen. Ihre Daten sollten Ihnen gehören und Sie sollten zu jeder Zeit das Eigentum an Ihren Daten haben. Genau an dieser Stelle kommt die Reversibilität der Daten ins Spiel.

Bei Mailfence glauben wir, dass Datenschutz ein Recht ist und nicht nur ein Feature. Wenn Sie einen Dienst verlassen und alle Ihre Daten zurückerhalten möchten, haben Sie auch das Recht, dies ohne umständliche Verfahren zu tun.

Leider teilt nicht jeder unsere Ansicht über die Privatsphäre und die Art und Weise, wie sie behandelt werden sollte. Es liegt daher an Ihnen, dem Nutzer, die notwendigen Schritte zu unternehmen und sicherzustellen, dass Sie die richtigen Dienstleister auswählen. Beginnen Sie mit der Wahl eines sicheren und vertraulichen E-Mail-Providers wie Mailfence, um sicherzustellen, dass Sie immer alle Ihre Daten exportieren können, einschließlich E-Mails, Kontakte und sogar Kalendereinträge.

Im Beitrag in unserer Wissensdatenbank erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Daten aus Ihrem Mailfence Benutzerkonto exportieren.

Fazit zum Thema Datenreversibilität und Vermeiden eines E-Mail-Vendor Lock-In

Bis jetzt kennen sich nur technisch versierte Personen mit dem Thema Datenreversibilität und darüber aus, wie man ein E-Mail-Vendor Lock-In vermeiden kann. Das möchten wir ändern, dieser Artikel dient uns als erster Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel. Weitere Beiträge zum Thema folgen in Kürze.

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Werner Grohmann

Werner Grohmann ist Online-Redakteur und Content Marketingberater für deutsche und internationale IT-Unternehmen. Er ist für die deutsche Version des Mailfence Blogs verantwortlich.

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