Wie Sie Ihre Daten beim Grenzübertritt schützen

Jeder, der schon einmal in die USA gereist ist, weiß, wie streng dort die Grenzkontrollen sind. In jüngster Vergangenheit haben Beamte der Customs & Border Protection (CBP) verstärkt auch elektronische Medien der Reisenden durchsucht. Die Zahl der Fälle stieg allein vom Jahr 2015 auf das Jahr 2016 um das Vierfache. Es ist also wichtig, dass Sie Ihre Rechte kennen, um Ihre Daten bei der Einreise schützen zu können. Dann sind Sie auch in der Lage, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um unerwünschte gesetzliche Schwierigkeiten zu vermeiden.

Schützen Sie Ihre Daten beim Grenzübertritt

Sie sollten Ihre Datenschutzrechte bei der Einreise in die USA kennen

Zuerst einmal hängen Ihre Rechte an der amerikanischen Grenze davon ab, ob Sie ein US-Bürger sind oder nicht. CBP-Beamte können US-Bürgern die Einreise in das Land nicht verweigern. Der Schutz für andere Personengruppen (einschließlich Besitzern der Green Card) ist allerdings weniger hoch. Ein Verletzen der Zusammenarbeit mit CBP-Beamten kann dazu führen, dass der Status von Personen mit einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung überprüft wird oder möglicherweise sogar gefährdet ist. Reisende mit einem Visum oder einer Visabefreiung (wie z.B. ESTA) kann die Einreise durch Beamte verweigert werden. Nicht-US-Bürger müssen dabei aber keine Passwörter oder Verschlüsselungsschlüssel bekanntgeben. Dennoch behält sich die CBP das Recht vor, Ihnen die Einreise zu verweigern, wenn Sie nicht kooperieren.

Es gibt eine Reihe von Berufsgruppen, denen daran gelegen ist, dass ihre Daten bei einer Durchsuchung verborgen bleiben: Ärzte, Rechtsanwälte, Wissenschaftler, Regierungsbeamte und Geschäftsleute mit Zugang zu sensiblen Daten. Aus diesem Grund ist es für den Schutz dieser Daten bei der Einreise entscheidend, dass Sie bereits frühzeitig wissen, in welche Situationen Sie geraten können und sich darauf vorzubereiten.

Laut eines Sprechers hat die CBP das Recht, „Computers, Disketten, Laufwerke, Bänder, Mobiltelefone und andere Kommunikationsgeräte, Kameras, Musik- und andere Media-Player sowie alle anderen Arten von elektronischen und digitalen Endgeräten zu überprüfen.“ Die Gründe, die dafür angegeben werden, drehen sich alle um die nationale Sicherheit, denn “CBP-Beamte müssen die Identität und Staatsbürgerschaft aller Personen bestimmen, die die Einreise in die Vereinigten Staaten anstreben, die Zulässigkeit der Einreise von Ausländern überprüfen und die Einreise von möglichen Terroristen, Waffen, verbotenen Substanzen und einer Vielzahl anderer verbotener und eingeschränkter Gegenstände verhindern.“

Vor der Reise

Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie zum Schutz Ihrer Daten beim Grenzübertritt CBP-Agenten oder andere Beamte nicht belügen sollten. Wenn Sie also Ihre Passwörter oder Daten diesen Personen nicht verraten möchten, ist es am besten, wenn Sie wirklich keinen Zugriff auf diese Informationen auf Ihren Geräten haben. Ein guter Ausgangspunkt ist es, Social Media-Anwendungen wie Facebook, LinkedIn und WhatsApp von Ihrem Handy zu entfernen. Sie können diese Apps ganz einfach erneut herunterladen, sobald Sie den Prozess des Grenzübertritts sicher durchlaufen haben. Denken Sie daran, wenn ein CBP-Agent nach Ihren Zugangsdaten für eine bestimmte App fragt, besteht die Gefahr, dass Ihnen als Nicht-Staatsbürger die Einreise verweigert wird, wenn Sie sich nicht kooperativ zeigen.

Allerdings sind Sie wirklich nicht in der Lage, Ihre Passwörter zu kennen, wenn Sie eine Passwortverwaltung wie 1Password, KeePass, Dashlane oder LastPass verwenden. Dies sind Cloud-basierte Dienste, die lange und schwer zu merkende (d.h. starke) Passwörter für Ihre verschiedenen Konten speichern. Diese Apps verwenden ein Master-Passwort für den Zugriff auf alle anderen (neben 2FA). Es ist jedoch möglich, dass ein Agent Sie nach diesem Master-Passwort fragen kann. In diesem Fall ist es vielleicht eine gute Idee, diese Passwortverwaltungsanwendungen nicht auf Ihren Geräten installiert zu haben, wenn Sie die Grenze überschreiten. Sie können das Master-Passwort auch in einem sicheren E-Mail-Dienst wie Mailfence speichern. Vermeiden Sie im Allgemeinen die fünf größten Passwort-Sünden.

Verwenden Sie ein Burner-Gerät

Wie in unserem Blogbeitrag über den Schutz Ihrer Endgeräte auf Reisen erwähnt, ist es ein einfacher Weg, um zu verhindern, dass Ihre sensiblen Daten preisgegeben werden, dass Sie keine auf Ihren Endgeräten haben. Aus diesem Grund verwenden einige sicherheitsbewusste Reisende ein „Burner“-Telefon oder einen „Burner“-Laptop. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass Ihr Gerät, falls es verloren geht oder gestohlen wird, viel billiger zu ersetzen ist als ein erstklassiges iPhone oder MacBook Pro.

Es gibt eine Reihe von ganz guten Android-Geräten, die für unter 200 Euro erhältlich sind. Einige billige Laptops gibt es für Preise unter 500 Euro. Wirecutter bietet eine gute Liste von soliden, aber preiswerten Geräten, die den Zweck erfüllen, wenn Sie ohne Ihr Hauptgerät reisen.

Sauber machen

Eine gute Möglichkeit, Ihre Daten beim Überschreiten einer Landesgrenze zu schützen besteht darin, die Menge an sensiblen Daten auf Ihrem Gerät zu minimieren. Sie können dies tun, indem Sie Ihre Daten zunächst in der Cloud oder auf einem sicheren externen Speichergerät sichern.. Säubern Sie dann Ihr Gerät oder führen Sie ein Reset auf die Werkseinstellungen durch, bevor Sie die Grenze überschreiten. Dieser Leitfaden der Digital Rights Group der Electronic Frontier Foundation gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Löschen von Daten von Ihrem Computer..

Beachten Sie allerdings, dass ein gesäubertes Gerät dazu führen kann, dass der Grenzbeamte misstrauisch wird. Wenn Sie sich dazu entscheiden, dieses Risiko einzugehen, ist die beste Methode eine „sichere Formatierung“. Das bedeutet, dass Ihre Festplatte zuerst gelöscht und dann überschrieben wird. Diese Methode stellt sicher, dass Behörden keine spezielle Software verwenden können, um Dateien wiederherzustellen, die mit einer Schnellformatierung gelöscht wurden.

Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass eine sichere Formatierung bei herkömmlichen magnetischen Festplatten effektiver ist. Neuere Technologien wie Solid State Drives (SSD) und USB-Sticks können einige zusätzliche Schritte erforderlich machen. Eine Technologie namens „wear leveling“ verteilt Dateien physisch (reduziert den Verschleiß) auf dem Laufwerk. Das bedeutet, dass das Überschreiben eines kompletten Laufwerks noch bestimmte Datenfragmente zur Verfügung stellen kann. Nach Untersuchungen von Wei, et al.ist die Durchführung von zwei vollständigen Überschreibungen in der Regel ausreichen für die ordnungsgemäße Löschung einer SSD-Festplatte.

MacOS

Ob Sie ein eingebautes Laufwerk neu formatieren können, hängt vom Betriebssystem ab, das Ihr Computer verwendet. MacOS ermöglicht es Benutzern, ein sicheres Formatieren von externen Speichermedien aus dem Festplattendienstprogramm heraus auszuführen, indem sie auf die Option „Am sichersten“ klicken. Drücken Sie ⌘R, um die eingebaute Festplatte während des Startvorgangs zu löschen. Klicken Sie hier für eine vollständige Anleitung zum Formatieren eines Apple-Computers.

Windows

Windows-Benutzer können auch externe Speichermedien mit dem Disk Management Tool formatieren. Wenn Sie den Computer von einem Betriebssystem auf der lokalen Festplatte booten, starten Sie den Computer von einem bootfähigen CD- oder USB-Laufwerk.

Chrome

Wenn Sie über ein ChromeBook verfügen, können Sie die Werkseinstellungen Ihres Geräts wiederherstellen und lokal gespeicherte Daten entfernen. Beachten Sie, dass alles, was auf den Cloud-Diensten von Google gespeichert ist, dort verbleibt, wenn Sie ein Reset auf die Werkseinstellungen durchführen.

Verschlüsseln Sie Ihre Daten in der Cloud

Vertrauliche Dateien nicht auf Ihrem lokalen Endgerät zu speichern, ist ein guter Weg, um zu vermeiden, dass diese Informationen bei der Einreise in die Vereinigten Staaten herausgegeben werden müssen. Es gibt jedoch einige zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen, die Sie bei der Verwendung von Cloud-basiertem Dateispeicher ergreifen sollten. Dienste wie Boxcryptor, Cryptomator, oder Sookasa bieten ein zusätzliches Sicherheitsniveau durch die Verschlüsselung von Dateien, die in speziell dafür vorgesehenen Ordnern abgelegt werden. Das bedeutet, dass Sie das Risiko, dass jemand auf sensible Daten zugreift, auch bei gefährdeten Cloud-Konten reduzieren können.

Schützen Sie Ihre Daten beim Grenzübertritt

Um Ihre Daten beim Grenzübertritt zu schützen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Rechte kennen. Denken Sie daran, dass nur US-Bürger von der Verpflichtung befreit sind, Daten oder Passwörter ohne potenziell schwerwiegende Folgen preiszugeben. In allen anderen Fällen sollte das Befolgen der Schritte in diesem Artikel Sie davor schützen, sensible Daten an Grenzbeamte weitergeben zu müssen. Denken Sie abschließend daran, dass diese Personen auch nur ihre Arbeit tun. Höflich, ehrlich und offen zu sein ist also der beste Weg, um den Kontakt mit CBP-Agenten zu umgehen und heikle Situationen zu vermeiden.

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Werner Grohmann

Werner Grohmann ist Online-Redakteur und Content Marketingberater für deutsche und internationale IT-Unternehmen. Er ist für die deutsche Version des Mailfence Blogs verantwortlich.

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