Die kurze Antwort zuerst: Nein, Google Drive unterstützt WebDAV von Haus aus nicht.
Wenn Sie auf der Suche nach einer Google Drive WebDAV-Serveradresse leer ausgegangen sind, liegt das daran, dass Google nie eine aufgesetzt hat.
Freuen Sie sich in diesem Leitfaden auf diese Themen:
- Was ist WebDAV und warum wird es gewünscht?
- Können Sie Google Drive über WebDAV verbinden – und wenn ja, wie?
- Welche Nachteile gibt es in Bezug auf den Datenschutz bei der Verwendung einer Drittanbieter-Bridge?
- Welche datenschutzfreundliche Alternative mit integriertem WebDAV-Zugang gibt es?
Los geht’s!
Was ist WebDAV?
WebDAV (Web Distributed Authoring and Versioning) ist eine HTTP-Erweiterung, mit der Sie Dateien auf einem entfernten Server lesen, schreiben und verwalten können, als befänden sie sich lokal vor Ort.
Im Klartext heißt das: Mit dem WebDAV-Protokoll verhält sich ein Cloud-Konto, als wäre es ein lokales Konto auf Ihrem Computer.
Viele Menschen verwenden WebDAV, um ein Laufwerk als Netzwerkordner einzubinden, Dateien geräteübergreifend zu bearbeiten oder Daten zu sichern, ohne sie zuerst herunterladen und dann wieder hochladen zu müssen.
Zu den Diensten mit nativer WebDAV-Unterstützung gehören heute Nextcloud, ownCloud und Mailfence Dokumente. Box war früher ebenfalls in dieser Liste zu finden, hat aber die WebDAV-Unterstützung am 28. April 2023 offiziell eingestellt.
Unterstützt Google Drive WebDAV?
Nein. Google Drive unterstützt kein WebDAV.
Statt den offenen WebDAV-Standard zu übernehmen, hat Google eine eigene proprietäre API entwickelt, die Google Drive API, die zum Einsatz kommt, wenn Anwendungen von Dritten mit Drive kommunizieren möchten.
Google bietet derzeit keine WebDAV-Unterstützung an, und es gibt keine öffentliche Roadmap, die darauf hindeutet, dass sich das ändern wird.
Alles, was Sie online unter der Bezeichnung „Google Drive WebDAV“ sehen, ist also ein Workaround von Dritten und keine offizielle Google-Funktion.
Wenn Ihnen der Zugriff im WebDAV-Stil wichtig ist, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können ein Bridge-Tool anbinden oder zu einem Dienst wechseln, der dieses Protokoll direkt unterstützt. Einen Mittelweg gibt es nicht.
Warum verwendet Google Drive kein WebDAV?
Dafür gibt es zwei echte Gründe. Google Dokumente, Tabellen und Präsentationen sind keine Dateien im herkömmlichen Sinn. Es handelt sich bei ihnen um in der Cloud gehostete Dateien, die nicht in die Ordner- und Dateiwelt von WebDAV passen. Hinzu kommt, dass Google mit seiner eigenen API mehr Kontrolle über Funktionen, Berechtigungen und die Einbindung von Drive in das breitere Google-Ökosystem hat. WebDAV würde bedeuten, einen Teil davon aufzugeben.
Das ist gut für Googles Produktkontrolle, aber schlecht für alle, die sich einen Zugriff im Stil von WebDAV wünschen, ohne sich ein Bein auszureißen.
Wie verbinden Sie Google Drive mit WebDAV?
Wenn Sie dennoch WebDAV-ähnlichen Zugriff auf Drive wünschen, benötigen Sie ein Bridge-Tool, das sich zwischen Sie und Google schiebt.
Das ist die grundlegende Vorgehensweise:
- Wählen Sie ein Bridge-Tool – zum Beispiel DAV-pocket, MultCloud, CloudMounter oder das Open-Source-Projekt gdrive-webdav.
- Autorisieren Sie das Tool für den Zugriff auf Ihr Google-Konto über OAuth.
- Die Bridge gibt Ihnen die WebDAV-URL, einen Benutzernamen und Ihr Passwort.
- Fügen Sie die WebDAV-Verbindung in Ihrem Dateimanager, Ihrer Backup-App oder auf Ihrem Gerät hinzu.
- Mounten Sie das Laufwerk als Netzwerkordner und arbeiten Sie damit.

Quellen: Cloud Security Alliance, The Salesloft Drift OAuth Supply-Chain Attack (September 2025); Verizon 2025 Data Breach Investigations Report.
Jede Methode, Google Drive über WebDAV zu verbinden, läuft über die Bridge eines Drittanbieters, nicht über Google selbst.
Einige dieser Bridges sind kostenlos und werden gehostet (DAV-pocket, MultCloud), andere sind kostenpflichtige Desktop-Anwendungen (CloudMounter), und einige wenige sind Open-Source-Tools, die Sie selbst hosten. Bei jeder dieser Optionen müssen Sie zwischen Kosten, Komfort und dem Maß an Vertrauen abwägen, das Sie investieren.
Ist die Verwendung einer Google Drive WebDAV-Bridge sicher?
Die ehrliche Antwort lautet: „Das hängt von der Bridge ab“. Aber das zugrunde liegende Modell ist das größere Problem. Jede Bridge benötigt OAuth-Zugriff auf Ihr Google-Konto. Das ist die Kurzform für „dieser Dritte kann in Ihrem Namen Ihre Dateien lesen, ändern und in den meisten Fällen löschen“.
Und OAuth ist keine risikoarme Integration mehr. Im Verizon Data Breach Investigations Report 2025 wurde festgestellt, dass sich die Beteiligung von Drittanbietern an Sicherheitsverletzungen im Vergleich zum Vorjahr auf 30 Prozent aller Sicherheitsverletzungen verdoppelt hat und dass schädliche OAuth-Anwendungen im gleichen Zeitraum um 31 Prozent zugenommen haben, da Angreifende gelernt haben, Consent Flows (Zustimmungsflüsse) direkt auszunutzen.
Das ist keine Theorie: Im August 2025 wurden durch gestohlene OAuth-Tokens aus einer einzigen Chatbot-Integration (Salesloft Drift) Kundendaten von mehr als 700 Organisationen offengelegt, darunter Google, Workday und TransUnion.

Quellen: Verizon 2025 Data Breach Investigations Report (April 2025); DataStackHub Cloud Threat Statistics 2025-2026; IBM Security Cost of a Data Breach Report 2025.
Bridges von Drittanbietern können je nach ihren Richtlinien auch Metadaten oder Kontoaktivitäten sammeln. Es lohnt sich also zu lesen, was die einzelnen Dienste protokollieren, bevor Sie eine Verbindung herstellen.
Open-Source-Bridges wie gdrive-webdav ermöglichen es Ihnen, die Verbindung selbst zu hosten, was den Zwischenhändler ausschaltet, aber zusätzliche Einrichtungsarbeit und etwas technisches Know-how erfordert.
Jede WebDAV-Bridge für Google Drive sitzt zwischen Ihnen und Google und hat Zugriff auf alles, was sich in Ihrem Drive befindet.
Für nicht sensible Dateien ist das wahrscheinlich in Ordnung. Bei privaten Dokumenten, Verträgen oder anderen regulierten Dokumenten ist das eine echte Erwägung.
Was sind die datenschutzfreundlichen Alternativen?
Wenn Sie tatsächlich einen WebDAV-Zugang benötigen, ist die einfachere Antwort, einen Dienst zu wählen, der dies direkt unterstützt.
Mailfence Dokumente bietet einen starken, nativen WebDAV-Zugang. Sie können Mailfence Dokumente direkt von Ihrem Dateimanager aus über https://mailfence.com/docs/ihr-benutzername einbinden. Keine Brücken, keine Zwischenstationen.
Andere native WebDAV-Optionen, die einen Blick wert sind: Nextcloud und ownCloud, beides Open-Source-Projekte mit Sitz in Deutschland.
So schneiden sie ab:
| Dienst | Natives WebDAV | Fokus auf Datenschutz | Sitz in |
| Mailfence Dokumente | Ja, über WebDAV-Zugang | Stark | Belgien |
| Nextcloud | Ja | Stark | Deutschland |
| ownCloud | Ja | Stark | Deutschland |
| Google Drive | Nein | Niedrig | USA |
| Dropbox | Nein | Niedrig | USA |
| Box | Nein (im April 2023 eingestellt) | Mittel | USA |
Der Zuständigkeitsbereich spielt hier ebenso eine Rolle wie das Protokoll. Nach dem US CLOUD Act können in den USA ansässige Anbieter gezwungen werden, Daten, die irgendwo auf der Welt gespeichert sind, herauszugeben – einschließlich der in europäischen Rechenzentren liegenden Daten – was sie in direkten Konflikt mit der DSGVO bringt. In der EU ansässige Dienste wie Mailfence (Belgien), Nextcloud und ownCloud (Deutschland) fallen nicht unter diese Verpflichtung.
Wenn WebDAV-Zugang für Sie wichtig ist, sollten Sie sich für einen Dienst entscheiden, der ihn direkt unterstützt, anstatt eine Brücke zu einem Dienst zu schlagen, der dies nicht von Haus aus bietet.
Fazit
Google Drive spricht kein WebDAV, Bridges von Drittanbietern erfordern Vertrauen und erhöhen das Datenschutzrisiko, während native WebDAV-Dienste das Problem komplett umgehen.
Alle, denen es wichtig ist, wer auf ihre Dateien und E-Mails zugreifen kann, wählen besser einen Anbieter, bei dem der Datenschutz an erster Stelle steht, statt sich für einen Dienst zu entscheiden, der einen Patch benötigt, weil er von Haus aus nicht dafür entwickelt wurde.
Das bekommen Sie bei Mailfence:
- Mailfence Dokumente mit nativem WebDAV-Zugriff, keine Bridge, keine OAuth-Zwischenstation
- Ende-zu-Ende-verschlüsselte E-Mail, gehostet in Belgien gemäß der DSGVO
- Kalender, Kontakte und Gruppen in einem privaten Konto
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FAQ zum Thema: Unterstützt Google Drive WebDAV?
Was ist WebDAV?
WebDAV ist ein offener HTTP-basierter Standard, mit dem Sie Dateien auf einem Remote-Server lesen und schreiben können, als wäre er vor Ort. WebDAV wird verwendet, um Cloud-Speicher über Anwendungen und Geräte hinweg als Netzwerklaufwerk einzubinden.
Wie lautet die Adresse des Google WebDAV-Servers?
Es gibt keine. Google betreibt keinen WebDAV-Server für Google Drive. Jede „Google Drive WebDAV-URL“, die Sie online finden, gehört zu einer Bridge eines Drittanbieters, nicht zu Google.
Kann ich Google Drive ohne WebDAV als Netzwerklaufwerk einbinden?
Ja. Genau das erreichen Sie mit der App Drive for Desktop von Google. Der Nachteil ist, dass Sie damit an das Google-Ökosystem gebunden sind und nicht die App-übergreifende Flexibilität haben, die WebDAV bietet.
Wird WebDAV im Jahr 2026 noch verwendet?
Ja. WebDAV ist nach wie vor beliebt für datenschutzorientierte Cloud-Speicher, die Synchronisierung von Kalendern und Kontakten (worauf sowohl CalDAV als auch CardDAV basieren) und für jedes Set-up, bei dem Sie einen offenen Standard für den Zugriff auf Remote-Dateien wünschen, anstatt an die App eines Anbieters gebunden zu sein.
Ist WebDAV sicher?
WebDAV läuft über HTTPS, mit dem die Verbindung während der Übertragung verschlüsselt ist. Ob Ihre Dateien tatsächlich privat bleiben, hängt von dem Server ab, mit dem Sie sich verbinden (ein Anbieter wie Mailfence, bei dem der Datenschutz an erster Stelle steht, unterscheidet sich mit einem Produkt wie Mailfence Dokumente deutlich von beliebigen kostenlosen Bridge-Diensten).


