Mailfence-E-Mail-Server in Russland blockiert

Die SMTP-Server des Mailfence werden zunehmend von in Russland ansässigen E-Mail-Diensten blockiert. Infolgedessen ist der Versand von E-Mails an russische Dienste eingeschränkt und eine erfolgreiche Zustellung nicht mehr garantiert.

Vor einigen Wochen erhielten wir eine offizielle Anfrage zur Abgabe einer Erklärung über den Beginn der Zusammenarbeit mit Roskomnadzor (der russischen Regierungsbehörde für Kommunikation, Informationstechnologie und Massenkommunikation). Eine Beantwortung dieser Anfrage würde uns dazu verpflichten, Informationen über unsere Nutzer zu liefern, was gegen unsere Nutzungsbedingungen und die belgischen Bundesgesetze verstoßen würde. Daher haben wir auf ihre Anfrage nicht reagiert.

Aus diesem Grund werden die SMTP-Server von Mailfence nach und nach von russischen Diensten blockiert werden. Die E-Mail-Zustellung ist deshalb ab sofort unsicher und könnte sogar stillschweigend eingestellt werden (ohne Rückmeldung über die Nichtzustellung). Nachfolgend eine Liste der russischen E-Mail-Services, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags nicht mehr erreichbar sind:

belbriz.ru
emx.mail.ru
mail-s30.1gb.ru
mail.khlopin.ru
mail.mospolytech.ru
mail.navigatorgrp.ru
mail.pscstroy.ru
mail.uvz.ru
mail.yazaputina.ru
mail2.mil.ru
mailrelay.gazprom.ru
mailsrv-2.appl.sci-nnov.ru
md1.1obraz.ru
moskowpartners.ru
mx01.nicmail.ru
mx1.aoosk.ru
mx1.gazprombank.ru
mx2.gazprombank.ru
mx3.sibur.ru
mx5.sibur.ru
mxs.mail.ru
rosebook.ru
shopper2019.ru

Wir beobachten die Situation genau und werden Sie weiter über alle wichtigen Entwicklungen informieren.

Was bedeutet dies?

Das Senden von E-Mails von Ihrem Mailfence-Konto an Dienste mit Sitz in Russland funktioniert in den meisten Fällen nicht. Alle unsere Dienste bleiben jedoch in Russland weiterhin erreichbar.

Was können Sie tun?

Wenn Sie von Ihrem Mailfence-Konto aus keine E-Mail mehr an einen Empfänger senden können, der einen E-Mail-Dienst mit Sitz in Russland nutzt, empfehlen wir Ihnen, dies zu tun:

  • Schicken Sie einen Bericht an den E-Mail-Dienstleister Ihrer Empfänger-E-Mail-Adresse. In den meisten Fällen wird dies der Domain-Teil Ihrer Empfänger-E-Mail-Adresse sein, z.B. foo@example.com. Sie können Ihren Bericht einfach einreichen, indem Sie eine E-Mail an das Support-Team des Empfängers schicken.
  • Beschweren Sie sich bei MTS, Megafon, Rostelecom und den anderen großen russischen Internet-Dienstleistern.

Damit sind Sie in der Lage, Ihr Feedback an die richtige Stelle weiterleiten. Wenn sich genug Leute beschweren, können die an der Blockade beteiligten Dienstleister und ISPs in Russland ihren Ansatz überdenken.

Falls Sie mit einer anderen Art von Zensur konfrontiert sind, dann helfen Sie uns bei der genaueren Betrachtung, indem Sie dies mit @OpenObservatory dokumentieren.

  1. Installieren Sie die OONI-Probe: https://ooni.org/install
  2. Öffnen Sie diesen Link
  3. Klicken Sie auf  Ergebnisse abrufen (siehe: https://explorer.ooni.org/search?domain=mailfence.com)

Nicht das erste Mal, dass wir von russischen E-Mail-Services blockiert werden

Diese Blockade durch die russische Regierung ist keine Premiere. Bereits letztes Jahr wurden auch unsere SMTP-Server von der russischen Regierung blockiert. Dies geschah aufgrund von Bombendrohungen, die von jemandem gemacht wurden, der ein Mailfence-Konto benutzte. Wir haben sofort reagiert und geeignete Maßnahmen gegen das Täterkonto ergriffen, indem wir es dauerhaft deaktiviert haben. Die Sperrung wurde dann schließlich aufgehoben.

Wie in unseren Nutzungsbedingungen angegeben, erlauben wir keine illegale Nutzung unserer Lösungen. Mailfence ist ein belgisches Unternehmen, das an belgische Gesetze gebunden ist. Bombendrohungen zu machen ist nach belgischem Recht ein Verbrechen, und wir haben eine Null-Toleranz-Politik für kriminelle Handlungen, die mit Hilfe von Mailfence begangen werden. Wir arbeiten stets mit den Strafverfolgungsbehörden in allen Strafsachen zusammen, auch in solchen, die außerhalb Belgiens stattfinden. Dies geschieht allerdings unter der Bedingung, dass sie uns über die belgischen Justizbehörden vorgelegt werden. In unserem Transparenzbericht finden Sie weitere Informationen über Fälle, in denen wir mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten.

Wir glauben nicht, dass die Blockade der SMTP-Server von Mailfence ein angemessener, verhältnismäßiger und wirksamer Schritt ist. Die tatsächliche Auswirkung einer solchen Maßnahme besteht darin, dass gesetzestreue Einwohner Russlands betroffen sind, da die Nutzung ihres Mailfence-Kontos beeinträchtigt wird. Cyberkriminelle können andere E-Mail-Dienste und -Technologien nutzen, um eine solche Sperrung zu umgehen.

Ausblick

Mit diesem Beitrag fordern wir russische Service Provider und ISPs, die an der Blockade beteiligt sind, sowie die russische Regierung auf, ihre Vorgehensweise zu überdenken und die Mailfence-SMTP-Server freizugeben.

Mailfence ist ein sicherer und vertraulicher E-Mail-Dienst, der für die Privatsphäre der Benutzer, die Meinungsfreiheit und die technologische Weiterentwicklung steht und kämpft. Wir arbeiten in voller Übereinstimmung mit dem belgischen Recht und tun alles in unserer Macht Stehende, um Verbrecher vor Gericht zu bringen.

Sollte es Fragen/Bedenken/Fragen geben, zögern Sie nicht, uns dies mitzuteilen.

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Werner Grohmann

Werner Grohmann ist Online-Redakteur und Content Marketingberater für deutsche und internationale IT-Unternehmen. Er ist für die deutsche Version des Mailfence Blogs verantwortlich.

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